Archiv für Bewerbung

Bewerben ist Einstellungssache?

In meiner XING-Gruppe hat einmal jemand geschrieben, dass er – durch die lange Arbeitssuche – schon fast die „positive Einstellung“ verloren hat.

Das hatte mich ganz besonders angesprochen. Ich gebe auch zu (wohl eher aus meiner Coach-Brille): solche Aussagen finde ich immer sehr betrüblich und dachte: da müsste ich einmal näher hinschauen. Oder noch besser: nicht mehr wegschauen. Wobei letzteres sich eher auf die Gesellschaft bzw. (konkret) meine XING-Gruppe bezieht. 🙂

Denn in der Tat mehren sich die Aussagen, dass die lange Suche nach einem „neuen“ Sinn im Leben, sich oftmals negativ auf die Psyche auswirkt. Doch wie will man dieser Negativspirale entkommen?

Oder: wenn die Psyche belastet ist, wie soll man seine positive Einstellung für den Bewerbungs-(Marathon) beibehalten? Alles eine Frage der Einstellung? Oder: ist Bewerbung eine Einstellungssache?

Wer kennt sie nicht? Weiterlesen

Change Management

Seit ein paar Tagen beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Change Management.

Zum einen aus beruflichen Gründen, weil ich einen Mitarbeiter berate, der eine Weiterbildung im Bereich Change Management sucht.

Zum anderen habe ich derzeit zwei Studien auf dem Tisch, die ich für eine HR Veröffentlichung zusammenfassen darf.

Zum einen eine Studie von Kienbaum mit dem Titel „Change. Points of View. Change-Management-Studie 2011-12.“ und eine zweite Studie von Capgemini mit dem Titel „Digitale Revolution – Ist Change Management mutig genug für die Zukunft?“.

In den nächsten Tagen werden ich zu den beiden Studien kurze Zusammenfassungen veröffentlichen; insbesondere warum andere HR Manager die Studien auch lesen sollten.

Die zweite Studie trifft übrigens ein zweites Schwerpunktthema von mir: Social Media. Habe gestern schon eine Erkenntnis aus der Studie getwittert. Werde auch hierzu noch weiter „forschen“. Denn als Vollblutpersonaler lässt mich das Thema nicht mehr los.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erst einmal frohe Osterfeiertage und auf bald!

Ziehen Sie andere Schuhe an!

Das wird heute keine Einweisung in ein Knigge „Was ziehe ich zum Vorstellungespräch an“.

Das können andere sicher besser. Nein… heute möchte ich hier vielmehr eine Kurzanleitung erstellen. Kurzanleitung wie man – z.B. mit anderen Schuhen – seinen eigenen Blick verändern kann.

Aber von Anfang an. Dieser Blog dreht sich rund um das Thema Bewerbung. Und fast täglich wird mir zugetragen (sei es privat, hierüber oder über meine XING-Gruppe), wie schwer es ist eine erfolgreiche Bewerbung zu platzieren. Es geht um die 1. Hürde: ich werde zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Hierzu konnte ich jetzt die Literatur, 1000 Experten, XING oder diesen Blog 100-fach zitieren. Aber mein Anlass für diesen Beitrag resultiert heute in einer einzigen Person.
Ich habe das aktuelle Magazin „Coaching heute“ von Sabine Asgodom vorgestern im Mailpostfach als Newsletter gehabt.

Und was macht Frau an einem nass-kalten Sonntagnachmittag? Lesen. Und viiiel Nachdenken. Auch über Sabine Asgodom und ihren Erfolg. Ein Blick auf ihre Coachingserie im Bayrischen Fernsehen und da war er wieder: der Gedanke. Was zeichnet Sabine Asgodom (in meinen Augen) aus?

Ihr gelingt es – mit jeder Frage an ihren Coachee – den Blick auf das Problem zu verändern. Sie tritt für mich in die Schuhe des Gegenübers und betrachtet das Problem von aussen, aus einer anderen, distanziertern Perspektive.

Damit hat sie mir im Rahmen eines Speedcoachings auch schon geholfen. Und wie! Bin heute noch verblüfft über diese Lösung meiner Frage. 🙂

Und das möchte ich Ihnen heute mit an die Hand geben. Ziehen Sie – als Bewerber – andere Schuhe an. Wechseln Sie den Blickwinkel und schauen von aussen (z.B. mit den Augen eines Personalers) auf Ihre Bewerbung, Ihren Lebenslauf bzw. Ihr Anschreiben. Was bezwecken Sie damit? Was möchten Sie aussagen? Welchen Job wollen Sie haben? Und noch viel wichtiger: warum?

In meiner 2. XING Gruppe haben wir letztens über „kreative Bewerbungen“ diskutiert. Und auch da habe ich die Frage nach „was wollen Sie damit bezwecken“ gestellt. Die Antwort können Sie übrigens hier lesen.

Aber mir ging es nur darum den Blick von der eigentlichen Fragen zu wenden und von aussen zu schauen: wie soll eine Glitzerbewerbung auf einen Personaler wirken?

Denn wenn man erfolgreich sein möchte, die 1. Hürde im Bewerbungsprozess überwinden möchte, dann geht das nur über die Augen des Personalers. Oder in meiner heutigen Analogie: schlüpfen Sie in die Schuhe des Personalers und schauen: was sehe ich? Was sagt mir der Bewerber?

Und erst dann, wenn Sie die Gegenseite, die Personaler, besser verstehen gelernt haben, dann schaffen Sie auch die 1. Hürde und werden zum Gespräch eingeladen!!!

Erst dann haben Sie zwischen Ihrem subjektivem Empfinden (über Ihr Leben) und dem objektiven Blick eines Personalverantwortlichen einen Übergang gefunden. Ja, ich gehe sogar sowei zu sagen: Sie haben eine Brücke geschlagen.

Okay… ich gebe es zu…. viele meiner Leser wissen: ich bin Personaler. Es ging heute also auch um (Selbst-) Verständnis. Wir sind nicht alle doof und herzlos bzw. geben ausgerechnet Ihnen den Job nie. Sondern wir haben – qua Arbeitsvertrag und Arbeitsaufgabe – einfach einen anderen Blick; sprich einfach andere Schuhe an. Schlüpfen Sie mal rein. Und schauen was wir in Ihrer Bewerbung sehen.

Vielleicht hilft Ihnen das bei der nächsten Bewerbung!

Klare Aussage – Fehlanzeige

Ich bin mal wieder angesprochen worden, ob ich nicht einmal was zu den vielen, netten – vor Floskeln trotzenden – Briefen von Seiten einer Personalabteilung schreiben möchte.

Hmm… eigentlich schreibe ich am Wochenende nur ungerne etwas aus meinem Berufsleben. Aber man hat mich überzeugt. Ich habe einige Absage geschickt bekommen, die nichts anderes als die Aussage „Klare Aussage – Fehlanzeige“ verdienen.

So zum Beispiel die Aussage einer Personalabteilung, dass man die Absage bedauert. Aber man sich ja gerne wieder bewerben darf. Okay… so (ohne den O-Ton zu zitieren) klingt es nett oder logisch.

Will heißen: nicht eine Absage für immer.

Aber wenn man den Text vor sich liegen hat, dann wird klar: da wurde nur ein Baustein an den anderen gehängt.

Und auf Nachfrage des Bewerbers (war ein IT’ler), für welche Stelle (er hatte sich auf zwei Standorte beworben) die Absage gilt, kam nur als Antwort: (sinngemäß) die Standort A. Aber der Arbeitgeber würde auch immer einheitlich für andere Standorte schauen, ob ein Profil passt.

Wie jetzt? Also abgesagt wurde Standort A und man hätte aber auch für Standort B geschaut? Was denn nun?

Anderes Beispiel: Absage durch einen Personalberater oder eines Personaldienstleisters mit dem Verweis „wir nehmen Sie in unsere Datenbank auf“. Aber wenn man dann kurze Zeit später eine (neue) Stelle auf deren Seite findet und nachfragt, dann wird keinerlei Bezug auf die gespeicherten Daten in der Datenbank genommen bzw. keiner hat sich gemeldet.

Okay … letzteres ist mir auch schon passiert. Kommt vor. Je nachdem welches Suchwort man verwendet, findet man den Bewerber (in der hauseigenen Bewerberdatenbank) wirklich nicht.

Aber mal ganz ehrlich: manchmal fehlt es schon an Klarheit und einer konsistenten Aussage. Ich kann derzeit viele Bewerber verstehen, die sich über die Standardabsagen beschweren. Sinnlos zusammengesetzte Standardsätze, ohne viel Bezug. Da landet jede Absage im Papierkorb. Warum mit so etwas belasten.

Die Zeiten, wo man noch etwas aus einer Absage ziehen konnte bzw. sich verbessern konnte, die sind lange vorbei.

Aber warum fehlt diesen „neuen“, AGG-konformen Briefen auch die Menschlichkeit? Das ist die eigentliche Frage, die ich mit den Beispielen, die mir vorlagen, zur Diskussion stellen möchte. Ist es heute nicht mehr möglich, eine „nette“ Absage zu formulieren?

Warum Personalabteilungen manchmal länger brauchen

Immer wieder höre ich in Gesprächen mit Jobsuchenden: das dauert so lange…. oder: die melden sich nicht; wann kann ich nachhaken.

Auf alle diese Fragen habe ich heute eine Antwort: auch Personalabteilungen brauchen manchmal länger.

 Okay….ich sehe Augenrollen oder Stirnrunzeln a la: das haben wir vorher gewusst.

Ja. Stimmt.

Aber mir geht es heute um einen Blick hinter die Kulissen. Und einfach um die Frage: warum brauchen Personalabteilungen manchmal länger?

Ich lasse die klassische BWL-ler Antwort („das kommt darauf an“) mal weg.
Je nach Größe der Abteilung bzw. Anzahl der (vor-)geschalteten Stellen, kann es relativ lange dauern, bis Ihre Bewerbung beim Entscheidungsträger landet. Zählen Sie noch Urlaub, Krankheit, Dienstreise sowie E-Mailflut und unendliche Termine bzw. Besprechungen hinzu. Dann kommen Sie auf eine durchaus beachtliche Wartezeit. Da kann es schon mal länger dauern.

Aber genau diese Wartezeit kann Vorteile haben.

Warum? Ein Beispiel. Ein Bekannter von mir war seit Herbst letzten Jahres auf Jobsuche. Es ging um seinen ersten Job nach dem Studium. Trotz Ausbildung, Studium, Praktika und somit schon vorhandene Berufserfahrung, hat alles länger gedauert. Auch die Kontakte zu manchen Personalabteilungen. Dann hat er endlich im März diesen Jahres einen Job gefunden. Eventuell nicht sein Traumjob, aber zumindest die Fachrichtung hat gestimmt.

So weit, so gut…. doch es war nicht nur „nicht“ sein Traumjob, auch die Umstände sprachen eher gegen den Job, als dafür. Kurz: er war nicht glücklich.

Doch Zeit und Kraft einen neuen Job zu suchen? Fehlanzeige. Dafür frass der „neue“ Job ihn zu sehr auf.

Aber da kam das gute einer Wartezeit zum Tragen. Vor dem Start im März hatte er sich noch bei einer Firma beworben. Die kamen jetzt vor kurzem auf ihn zurück. Er ging zum Gespräch und auf einmal hatte er einen neuen Job. Mit Wartezeit. Konnte den alten Job in der Probezeit kündigen.

Ist das kein Beispiel?

Sie sehen: so macht es manchmal auch Sinn, dass Personalabteilungen länger brauchen. 🙂

Nutzen Sie es zu Ihrem persönlichen Vorteil.

Viel Erfolg dabei!

Und beim nächsten Mal lesen Sie: warum „dranbleiben“ ebenfalls lohnt. 😉

Jobsuche mit Social Media

Heute habe ich einen Beitrag von Jochen Mai gelesen. Es ging – mal wieder – um die Stellensuche mit Hilfe von Social Media. Aber nicht der eigentliche Inhalt hat mich interessiert. Sondern ich habe mir die Seite der Stellensuchenden angeschaut. Und das natürlich – wie immer – auch mit Personaleraugen.

Gut gemacht. Informativ. Aber irgendwie hat mir was gefehlt. Und da ich an einem trüben Pfingsmontag noch einen Nachmittagszeitvertreib gesucht habe… da habe ich mir gedacht: gib‘ ihr doch mal ein paar Tipps.

Angeregt durch eine Konversation mit einem anderen Twitterkontakt, habe ich -exemplarisch am Beispiel XING – ein paar Hinweise, die ich ihr heute nachmittag zusammengeschrieben habe. Die gelten übrigens auch für Personalverantwortliche, Recruiter und Dienstleister. Zumindest habe ich sie – in ähnliche Form – vergangenen Donnerstag an eine ehemalige Kollegin gegeben, die jetzt in Hamburg als Recruiterin arbeitet. 🙂

  • Nutzen Sie die Rubriken „Ich suche“ bzw. „Ich biete“ mit aussagekräftigen Schlagworten, die Ihre (Job-)Suche umschreiben und zwar gerne auch mit verschiedenen Begriffen für ein und diesselbe Tätigkeit
  • Trennen Sie die Begriffe durch ein Komma, schreiben Sie keine Prosa. Und bitte keine ganze Sätze, ausser (siehe Teil 1 der Aussage) Sie trennen die Begriffe durch Kommata.
  • Nutzen Sie neben Ihrem Profilfoto eine klare Aussage und weniger die Floskel „ich bin arbeitssuchend“. Zum Bsp. verwenden Sie einen Titel/Funktion, die Ihren neuen Job umschreibt.
  • Verwenden Sie als Profilfoto Ihr Bewerbungsfoto. Zwecks Wiedererkennung, wenn Sie einem Personaler im Nachgang zum XING Kontakt Ihre Unterlagen mit Foto zusenden.
  • Sollten Sie Ihre Unterlagen öffentlich zur Verfügung stellen wollen, dann nutzen Sie auf XING die Möglichkeiten Dateien hochzuladen. Aber bitte nur Lebenslauf bzw. Profil. Zeugnisse oder Anschreiben sollten meiner Meinung nach individuell und persönlich zugeschickt werden; nicht öffentlich abrufbar sein.
  • Und sollten Sie etwas in Prosa über sich schreiben wollen, dann nutzen Sie die Über-mich-Seite. Jetzt auch ohne Html-Kenntnisse gut zu nutzen. Aber auch hier ist weniger mehr = bitte nicht zu bunt und überladen. Klare und deutliche Aussagen, z.B. was Ihre Stärken sind oder was ein zukünftiger Arbeitgeber von Ihnen erwarten kann.
  • Zum Schluss ein zwiegespaltenes Thema: Angabe der vollständigen Daten (Monats- und Jahresangaben) neben den verschiedenen Stationen Ihrer Berufsbiografie. Hierzu kann es keine einheitliche Aussage geben. Ich selber habe die Daten nicht ausgefüllt. Wer meine Stationen beurteilen möchte (insbesondere die Dauer meiner Berufserfahrung in den verschiedenen Bereichen), der soll mich anschreiben und erhält mit meinem Lebenslauf die Daten. Auch bei Menschen, die z.B. größere Lücken in ihrer Berufsbiografie aufweisen – sei es durch Krankheit oder Arbeitssuche – würde ich das gleiche empfehlen. Aber das gilt ausdrücklich nur für XING. Nicht für den Lebenslauf, der lückenlos und mit einem roten Faden argumentierbar sein soll.

Soviel zu meinen kurzen Input von heute. Ergänzend habe ich noch hier einige Links (z.B. auch zu älteren Beiträgen von mir auf XING) zusammengestellt, die Ihnen bei Ihrer Vermarktung über XING helfen können.

Beitrag meiner Co-Moderatorin zu einem Artikel im Spiegel […] Erste Hilfe Karriere „Das große Nichts im Xing-Profil“

Linktipp von mir zum Bewerben im Web 2.0

XING-Beitrag in meiner Gruppe für Arbeitssuchende zum Thema Wie nutzen Sie Web 2.0 / Social Media Anwendungen für die Stellensuche bzw. die Rekrutierung?

Linksammlung von mir zum Thema XING für die Jobsuche nutzen

Sollte das alles noch nicht helfen, dann können Sie auch mich fragen. Gerne in meiner XING-Gruppe für Arbeitssuchende!

In diesem Sinn bleibt mir zusammenfassend nur noch zu sagen: bleiben Sie authentisch. 🙂

Tipp: Die 10 wichtigsten Mitarbeitertypen, die ein Chef sucht

Heute mal ein Linktipp.

Der Artikel gehört m.E. auch zum Thema Bewerbung. Denn zu jeder guten Vorbereitung gehört auch: was bin ich für ein Mensch/Mitarbeiter und dann der Check im Gespräch: was ist mein Gegenüber für ein Mensch/Personaler/Chef. Wie kann das harmonieren oder auch nicht.

Passend dazu habe ich im Unicum Newsletter den Hinweis auf Karriereberaterin Sandra Altmeyer gefunden. Sie schreibt über „Die 10 wichtigsten Mitarbeitertypen, die ein Chef sucht“.

Wem muss der Köder schmecken?

Muss der Köder nur dem Fisch schmecken, nicht dem Angler?

Diese Frage, heute aktuell aufgeworfen durch eine Sendung im Reality-TV, wo Auswanderer ein Restaurant eröffnet haben, habe ich in letzter Zeit öfters gehört bzw. diskutiert. Zuletzt mit einer Personaler-Kollegin, der ich mein Engagement in XING erläutert habe.  So habe ich – zumindest versucht – zu erklären, dass viele Bewerber (wie der letzten per E-Mail an meine Kollegin vom Recruiting) oft nicht verstehen, dass es eben nicht um ihre persönliche Ansprüche geht. Sondern dass man sich, in einer Bewerbung (wo immerhin das Wort „Werbung“ drinsteckt) um den Kunden (= den Arbeitgeber) kümmern sollte. Konkret ging es um das Unverständnis, dass Bewerbungen (insbesondere in dezentralen Organisationen) nicht bei jedem Ansprechpartner mit der Abteilungsbezeichnung „Personal“ an der richtigen Stelle ist. Darauf das Unverständnis von Seiten des Bewerbers, warum es so etwas wie „richtige“ bzw. „zuständige“ Ansprechpartner gäbe.

Kurz und gut: meines Erachtens ein totales Unverständnis für Abläufe oder Arbeit in der Personalabteilung. Eigentlich immer mein Thema. Ich versuche immer, so auch hier, den Bewerber die Denkweise und internen Abläufe rund um eine Stellenbesetzung nahe zu bringen.

Doch seit der ausführlichen Diskussion mit meiner Kollegin…. nun vorsichtig formuliert, bin ich noch auf andere Gedanken gekommen. Sie meinte nur: gut, dann hat der Bewerber (s.o.) nicht zum Unternehmen gepasst. Und warum muss der Köder immer nur dem Fisch schmecken?

Das hat mich nachdenken lassen und zu einigen Erkenntnissen/Anmerkungen geführt: muss der Köder (=die Bewerbung) wirklich nur dem Fisch (=Arbeitgeber) schmecken?Oder ist das in Zeiten (Achtung: Modewort!) des Talente- und Führungsnachwuchsmangels eine etwas antiquierte Vorstellungen? Müssen nicht vielmehr beide Seiten aufeinander zugehen und sachlich/neutral einen Dialog aufbauen?

Insbesondere wenn wir einen Schritt weiter, im Vorstellungsgespräch, sind: wo man (wohlgemerkt im besten Falle) einen Dialog, eine Einigung zwischen Bewerber und Arbeitgeber aufbauen sollte. Also leihen wir uns eher ein Bild aus der Mathematik, aus der maritimen Welt.  Ist es nicht wie eine Gleichung, die aufgehen muss? Es gibt viele (manchmal unbekannte) Variablen, einige Determinanten und zum Schluss muss ein Ergebnis erzielt werden. Also sollten sich Bewerber heute vielmehr die Frage stellen: welchen Rechenweg nehme ich, als welchen Köder!

Und beim Thema Weg sind wir bei meinem gestigen Beitrag. Jeder muss seinen Weg finden. In der beruflichen Entwicklung, auf dem Weg dahin im Rahmen des Bewerbungsprozesses, im privaten Umfeld/der Partnerschaft. Wege gibt es überall. Die Lösung ist nur: gehen Sie einen. Auch wenn er vielleicht (nach einigen Kilometern) nicht der richtige ist. Aber Sie sind gegangen, waren AKTIV und haben sich bewegt, an Erfahrung gewonnen. Und das nächste Vorstellungsgespräch, das nächste Anschreiben fällt Ihnen leichter. Denn es gibt weniger Variablen. Sie kommen der „Ideallösung“ immer näher.

Viel Glück beim Rechnen… äh Bewerben! 😉

Durchhalten + Wiederaufstehen

In meiner XING-Gruppe „Arbeitslos na und !? Mach Dich nicht kleiner als Du bist!“ bekommen wir sehr oft positives Feedback zu unserem Gruppentitel. Gerade der Zusatz „Mach Dich nicht kleiner als Du bist!“ findet viel Zuspruch.

Denn mit dieser Aussage haben wir genau den Nagel auf den Kopf getroffen: wenn man arbeitslos ist, dann wiederfährt einem oft/immer/regelmäßig ein Gefühl von Niedergeschlagenheit, Nicht-Gebraucht-Sein, Wertlosigkeit.

Damit man mit diesen Gefühlen nicht allein ist, soll diese Gruppe eine Plattform bilden, um sich gegenseitig zu helfen und in so einer Situation Unterstützung anbieten.

Heute habe ich, um dies noch einmal zu vertiefen, ein neues Gruppenmotto in das Layout unserer Gruppe eingebunden.

Ein Zitat von Winston Churchill: „Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen,  als man umgeworfen wird.“

Damit möchte ich allen zurufen: „Stehen Sie wieder auf. Zeigen Sie Ihrer Umwelt: so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen. Trotz aller Umstände: ich stehe auf und mache weiter.“

Klar gibt es Tage, da lässt man den Kopf hängen und denkt: warum immer nur Absagen??

Aber jetzt wäre es falsch keine Bewerbungen mehr zu schreiben.  Wichtiger wäre: passen die Unterlagen. Entsprechen die Unterlagen den üblichen Anforderungen? Wenn Sie alles überprüft haben, von aussen (Freunden, Bekannten, Familien oder Experten) gecheckt, dann heißt es jetzt nur: weitermachen. Wiederaufstehen und eine neue Bewerbung rausschicken. Irgendwann wird auch wieder ein positiver Aspekt (Vorstellungsgespräch, Telefoninterview oder gar Vertragsangebot) dabei sein. Es gilt nur bis dahin durchzuhalten.

Auf diesem Wege wünsche ich Ihnen viel Glück dabei!

Bewerbungsvorbereitungen

Oder: was tue ich, bevor ich eine Bewerbung losschicke?

Diese Frage, im Angesicht der sich wandelnden Zeiten, kann man meines Erachtens in drei Abschnitte unterteilen.

  1. klassische Bewerbung (also alles vor 1990, grob geschätzt anhand meiner eigenen Berufsbiografie)
  2. vorgewärmte Bewerbung (Hypebis Anfang 2000 + )
  3. Social Media Bewerbung (alles ab 2008/2009 +)

Jetzt denkt jeder: „Na toll…. wieder so eine Aufsplittung in drei Rubriken, die sich inhaltlich nur wenig unterscheiden. “

Ja. Aber mir geht es heute nicht um die inhaltlichen Unterschiede. Sondern um die Vorarbeit. Was führt zu einer solchen Bewerbung? Welche Schritte geht ein Bewerber, bis die … wie auch immer geartete… Bewerbung verschickt wird?

War es nicht bei den klassischen Bewerbungen so: man sah eine Anzeige, machte seine Unterlagen fertig und ab die Post.

Dann, dank vieler Bewerbungsberater oder Ratgeber, kam der Tipp auf: rufen Sie vorher an. Man „wärmte“ seine eigene Bewerbung vor, machte vorher auf sich aufmerksam und versuchte dann im Anschreiben einen Bezug zu diesem Kontakt herzustellen. Was – wenn wir ehrlich sind – mal mehr oder weniger gelang. Denn nichts ist, von Seiten des Arbeitgebers, schlimmer, als wenn den ganzen Tag das Telefon klingelt, man zu nichts kommt und dann noch Fragen beantworten darf, die aus der Anzeige hervorgehen. Vorsichtig übertrieben… aber Sie verstehen sicher, worauf ich hinaus möchte.

Und dann kam die Zeit von Social Media, Communities, Plattformen und Foren… eine neue Art der Kommunikation bzw. Kontaktanbahnung nahm bzw. nimmt noch immer ihren Lauf. Und genau da, an dieser Stelle, ändern sich wieder die Bewerbungsvorbereitungen!

Beispiel gefällig?

Ich habe heute eine interessante Stelle gesehen. Okay… unabhängig davon, dass sie auf XING gepostet wurde, habe ich nicht sofort meine Bewerbung losgeschickt. Sondern erst einmal mein Netzwerk konsultiert. Ziel: etwas mehr über die Person und das Unternehmen an sich herausfinden. Ein Quentchen mehr an Informationen, dass mir evtl. einen Be-/ (Wett-)bewerb(ung)svorteil bringen könnte.

Denn Bewerben heute bedeutet u.a. auch, dass man sich aus der Masse abheben will und über Beziehungen, Kontakte eine bessere Bewerbungsposition erhalten möchte. Und vielleicht kann dabei ein Kontakt weiterhelfen. Im Sinne von: „ich kenne jemanden, der wäre für diese Stelle gut geeignet“.

Sehen Sie jetzt den Unterschied der drei Kategorien oben? Einseitig statisch, etwas dynamischer und zuletzt sogar sehr vielseitig+dynamisch. Wiederum ungeachtet des Inhaltes.  Vielleicht liegt hier auch die Schwierigkeit im ganzen Bewerbungsprozess. Auf einem Bewerbermarkt wird das Alleinstellungsmerkmal immer wichtiger, die Kontakte bzw. der gute Ruf (siehe auch mein Posting vom 14.02.2010) und die Fähigkeit ein funktionierendes Netzwerk um sich herum aufzubauen, gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Was lernen wir daraus? Mir ist unmöglich diese Frage hier pauschal zu beantworten. Ich kann – wiederum nur aus meiner Warte als Bewerber – eine Antwort bzw. Richtung geben:  bleiben Sie bei den Wurzeln der klassischen Bewerbung, aktualisieren Sie diese kontinuierlich, nutzen verschiedene Bewerbungskanäle, z.B. auch XING und spannen Ihr Netzwerk (Familie, Freunde, Nachbarn…. Menschen aus Ihren täglichen Leben) mit ein. Weitere Beispiele finden Sie in meiner Bewerbungsstrategie. Und scheuen Sie sich nicht Ihr Netzwerk anzusprechen. Eine Frage kostet nichts und kann im schlimmsten Fall „nur“ unbeantwortet bleiben. Aber im besten Fall empfiehlt Sie jemand weiter oder verschafft Ihnen dadurch einen leichteren Eintritt/Start; eine gute Referenz…. etwas mehr oder anderes, als vielleicht andere Bewerber haben.

Wäre das nicht einen Versuch wert?

Und an meinem Beispiel: mein Kontakt hat dankenswerter Weise sofort reagiert. Bewerbung wird – nach dem Blogpost – weiter vorbereitet. 😉