Archiv für Social Media

Durchhalten + Wiederaufstehen

In meiner XING-Gruppe „Arbeitslos na und !? Mach Dich nicht kleiner als Du bist!“ bekommen wir sehr oft positives Feedback zu unserem Gruppentitel. Gerade der Zusatz „Mach Dich nicht kleiner als Du bist!“ findet viel Zuspruch.

Denn mit dieser Aussage haben wir genau den Nagel auf den Kopf getroffen: wenn man arbeitslos ist, dann wiederfährt einem oft/immer/regelmäßig ein Gefühl von Niedergeschlagenheit, Nicht-Gebraucht-Sein, Wertlosigkeit.

Damit man mit diesen Gefühlen nicht allein ist, soll diese Gruppe eine Plattform bilden, um sich gegenseitig zu helfen und in so einer Situation Unterstützung anbieten.

Heute habe ich, um dies noch einmal zu vertiefen, ein neues Gruppenmotto in das Layout unserer Gruppe eingebunden.

Ein Zitat von Winston Churchill: „Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen,  als man umgeworfen wird.“

Damit möchte ich allen zurufen: „Stehen Sie wieder auf. Zeigen Sie Ihrer Umwelt: so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen. Trotz aller Umstände: ich stehe auf und mache weiter.“

Klar gibt es Tage, da lässt man den Kopf hängen und denkt: warum immer nur Absagen??

Aber jetzt wäre es falsch keine Bewerbungen mehr zu schreiben.  Wichtiger wäre: passen die Unterlagen. Entsprechen die Unterlagen den üblichen Anforderungen? Wenn Sie alles überprüft haben, von aussen (Freunden, Bekannten, Familien oder Experten) gecheckt, dann heißt es jetzt nur: weitermachen. Wiederaufstehen und eine neue Bewerbung rausschicken. Irgendwann wird auch wieder ein positiver Aspekt (Vorstellungsgespräch, Telefoninterview oder gar Vertragsangebot) dabei sein. Es gilt nur bis dahin durchzuhalten.

Auf diesem Wege wünsche ich Ihnen viel Glück dabei!

Bewerbungsvorbereitungen

Oder: was tue ich, bevor ich eine Bewerbung losschicke?

Diese Frage, im Angesicht der sich wandelnden Zeiten, kann man meines Erachtens in drei Abschnitte unterteilen.

  1. klassische Bewerbung (also alles vor 1990, grob geschätzt anhand meiner eigenen Berufsbiografie)
  2. vorgewärmte Bewerbung (Hypebis Anfang 2000 + )
  3. Social Media Bewerbung (alles ab 2008/2009 +)

Jetzt denkt jeder: „Na toll…. wieder so eine Aufsplittung in drei Rubriken, die sich inhaltlich nur wenig unterscheiden. “

Ja. Aber mir geht es heute nicht um die inhaltlichen Unterschiede. Sondern um die Vorarbeit. Was führt zu einer solchen Bewerbung? Welche Schritte geht ein Bewerber, bis die … wie auch immer geartete… Bewerbung verschickt wird?

War es nicht bei den klassischen Bewerbungen so: man sah eine Anzeige, machte seine Unterlagen fertig und ab die Post.

Dann, dank vieler Bewerbungsberater oder Ratgeber, kam der Tipp auf: rufen Sie vorher an. Man „wärmte“ seine eigene Bewerbung vor, machte vorher auf sich aufmerksam und versuchte dann im Anschreiben einen Bezug zu diesem Kontakt herzustellen. Was – wenn wir ehrlich sind – mal mehr oder weniger gelang. Denn nichts ist, von Seiten des Arbeitgebers, schlimmer, als wenn den ganzen Tag das Telefon klingelt, man zu nichts kommt und dann noch Fragen beantworten darf, die aus der Anzeige hervorgehen. Vorsichtig übertrieben… aber Sie verstehen sicher, worauf ich hinaus möchte.

Und dann kam die Zeit von Social Media, Communities, Plattformen und Foren… eine neue Art der Kommunikation bzw. Kontaktanbahnung nahm bzw. nimmt noch immer ihren Lauf. Und genau da, an dieser Stelle, ändern sich wieder die Bewerbungsvorbereitungen!

Beispiel gefällig?

Ich habe heute eine interessante Stelle gesehen. Okay… unabhängig davon, dass sie auf XING gepostet wurde, habe ich nicht sofort meine Bewerbung losgeschickt. Sondern erst einmal mein Netzwerk konsultiert. Ziel: etwas mehr über die Person und das Unternehmen an sich herausfinden. Ein Quentchen mehr an Informationen, dass mir evtl. einen Be-/ (Wett-)bewerb(ung)svorteil bringen könnte.

Denn Bewerben heute bedeutet u.a. auch, dass man sich aus der Masse abheben will und über Beziehungen, Kontakte eine bessere Bewerbungsposition erhalten möchte. Und vielleicht kann dabei ein Kontakt weiterhelfen. Im Sinne von: „ich kenne jemanden, der wäre für diese Stelle gut geeignet“.

Sehen Sie jetzt den Unterschied der drei Kategorien oben? Einseitig statisch, etwas dynamischer und zuletzt sogar sehr vielseitig+dynamisch. Wiederum ungeachtet des Inhaltes.  Vielleicht liegt hier auch die Schwierigkeit im ganzen Bewerbungsprozess. Auf einem Bewerbermarkt wird das Alleinstellungsmerkmal immer wichtiger, die Kontakte bzw. der gute Ruf (siehe auch mein Posting vom 14.02.2010) und die Fähigkeit ein funktionierendes Netzwerk um sich herum aufzubauen, gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Was lernen wir daraus? Mir ist unmöglich diese Frage hier pauschal zu beantworten. Ich kann – wiederum nur aus meiner Warte als Bewerber – eine Antwort bzw. Richtung geben:  bleiben Sie bei den Wurzeln der klassischen Bewerbung, aktualisieren Sie diese kontinuierlich, nutzen verschiedene Bewerbungskanäle, z.B. auch XING und spannen Ihr Netzwerk (Familie, Freunde, Nachbarn…. Menschen aus Ihren täglichen Leben) mit ein. Weitere Beispiele finden Sie in meiner Bewerbungsstrategie. Und scheuen Sie sich nicht Ihr Netzwerk anzusprechen. Eine Frage kostet nichts und kann im schlimmsten Fall „nur“ unbeantwortet bleiben. Aber im besten Fall empfiehlt Sie jemand weiter oder verschafft Ihnen dadurch einen leichteren Eintritt/Start; eine gute Referenz…. etwas mehr oder anderes, als vielleicht andere Bewerber haben.

Wäre das nicht einen Versuch wert?

Und an meinem Beispiel: mein Kontakt hat dankenswerter Weise sofort reagiert. Bewerbung wird – nach dem Blogpost – weiter vorbereitet. 😉

Der gute Ruf oder: Personal Branding/Reputation Management

Im Januarchat meiner XING-Gruppe hatte ich das Thema Personal Branding angeregt. Jedoch hatte sich bis dato kaum einer der Teilnehmer Sorgen über seinen „Ruf“ im Web gemacht.

Das hat mich angeregt der Frage nachzugehen: „Warum ist das Thema Reputation Management“ so wenig präsent bei Bewerbern?

Es gab doch erst letztes Jahr einen Aufrschrei (siehe auch Ein Thema macht die Runde im WWW vom 24.08.2009) in der Presse, wo (mal wieder, das Thema war definitiv nicht neu!!!) das Schreckensgespenst „Personaler googlen Bewerber“ aufgezeigt wurde.

Doch ganz ehrlich: haben Bewerber daraus gelernt?

Ist das Thema „Personal Branding“ oder „Reputation Management“ dadurch eindringlicher bei den Bewerbern angekommen?

Zumindest auf den Social Media Plattformen (die ja direkt davon angesprochen sind) wird es thematisiert. Und so habe ich mich entschlossen in meinem Bewerbungstagebuch eine kleine Auswahl davon bereit zu stellen. Vielleicht in der Hoffnung, dass auch andere Bewerber (insbesondere die Generation Y) davon etwas mitnehmen können.

Tipps zum Start:

Tipps für bestimmte Plattformen:

Allgemeine Infos/Artikel zum Thema:

Vielleicht noch eine kleine Ergänzung: wie so vieles aus dem Bereich Social Media, gehört auch das Thema Personal Branding zu den führenden Themen von amerikanischen Social Media Experten. Wenn man allein auf Twitter nach Personal Branding sucht, dann wird man fast mit Tweets erschlagen. Gleiches gilt für die Personensuche. In Amerika ist es gang und gäbe sich als Personal Branding Experte darzustellen. Ein Berufsbild, dass hier zu Lande (dabei beziehe ich mich einzig und allein auf die Zielgruppe der Bewerber!) noch wenig Beachtung gefunden hat.

Ich werde das Thema in meiner XING-Gruppe (anstelle des sonst üblichen Chat-Protokolls) zur Diskussion stellen und vielleicht gibt es ja noch Erkenntnisse, die ich dann hier ergänzen kann. … to be continued!

Überdenke Deine Ziele

Angeregt durch diesen Blogpost von Dan Schawbel habe ich mir mal wieder Gedanken über meine persönlichen Ziele (z.B. mit diesem Blog, siehe auch Eingangspost vom 21.07.2009) gemacht.

Bis dato habe ich sehr positive Resonanz auf das Bewerbungstagebuch erhalten. Und mein ursprüngliches Ziel, mein Netzwerk über meine Bewerbungsaktivitäten auf dem Laufenden zu halten, ist sicherlich auch noch ein Hauptgrund für dieses Blog.

Doch noch ein weiterer Aspekt hat sich etwas in den Vordergrund gestellt. Die Macht von Social Media jetzt erleben und mitnehmen/mitmachen sowie die Chance mit diesem Blog, meinem Twitteraccount, meinem XING-Profil etc. persönliche Erfahrungen zu sammeln, die ich später auch beruflich nutzen kann.

Diese berufliche Nutzung bzw. das Sammeln von ersten Erfahrungen in Social Media Netzwerken/Plattformen, entstand durch meine Projektarbeit: „Nutzung von Social Media in der Personalabteilung“. Also kann ich obigem Blogpost nur zustimmen:

  • Strategie überlegen oder auch nur „neu“ überdenken
  • Taktiken oder gar auch die Strategie ändern
  • es sein lassen oder
  • Einstellung (z.B. in Bezug auf Resonanz, Follower etc.) ändern

Ganz klar im Sinne von: take it, change it or leave it.

Für mich gilt: ich bleib‘ dabei. Zwar wird sich evtl. mein Twitteraccount ändern (um mehr auf mein Projektthema Social Media und HR einzugehen), aber sonst bleibt alles beim Alten! 🙂

Social Media verändert die Kommunikation, heute: Twitview

Bin heute Zeuge eines spannenden Interviews geworden. Doch weder das Thema, noch die Beteiligten waren dabei das Besondere bzw. der Anlass für diesen Beitrag. Vielmehr die Art und Weise des Interviews hat mein Interesse geweckt. Und natürlich diesen Titel provoziert. 😉

Der Twitteraccount @TmeetsHR hat den Twitteraccount der Brose Gruppe unter @Brose_Karriere interviewt. Nachzulesen mit dem Hashtag #twitview bzw. unter den jeweiligen Accounts. Verlinkung zum Absolvent-Blog, wo man das Interview nachlesen kann, folgt.

Das Interview war – aus Sicht eines Twitterers, der vielen Corporate Twitterern folgt – sehr interessant und aufschlussreich. Auch wenn ich Herrn Oettinger schon selber für meine Projektarbeit Social Media (im Einsatz in der Personalabteilung) interviewt hatte.

Aber wenn wir den obigen Faden mal weiterspinnen… und auch die vielen Bewerbungsaktivitäten, z.B. von @klauseck und seiner Suche nach Social Media Beratern mit einbeziehen, dann wächst Twitter zu mehr als nur einer Shortmessaging-Plattform heran. Es wird vielleicht sogar zu einem vorgeschalteten Auswahltool?!?!?! Denn wenn man schon ein klassisches Interview via Twitter führen kann, warum nicht auch andere (Auswahl-) Interviews???

Okay… den Aufschrei vieler HR Kollegen kann ich bis in die Steinzeit und zurück hören.  *grins*

Mir geht es nicht um eine generelle Veränderung bzw. dem Aufheben von Auswahlgesprächen. Aber Social Media Plattformen bieten Chancen + Möglichkeiten, Bewerber vor dem Vorstellungsgespräch „kennen- und schreiben-zu-lernen“.

Also warum nicht ein paar Auswahlfragen oder Fragen vorab zur Stelle, zum Bewerber, zum Unternehmen, zur Aufgabe… via Twitter?

Ungewöhnlich?

Ja, zu 100%.

Möglich?

Bis dato habe ich noch nichts gefunden…Infos nehme ich gernen entgegen.

Der einzig gangbare Weg?

Nein.

Die Zukunft?

Wer weiß?

Der selbstbewusste Bewerber

In den letzten Tagen ging mir immer wieder ein Thema durch den Kopf: warum sind viele Bewerber, ja sogar bereits fest angestellte Mitarbeiter, so wenig selbstbewusst.Jetzt wird jeder erst einmal sagen: Bewerber … klar.

Der Markt ist schwierig und eine fast auswegslose Lage am Arbeitsmarkt drückt das Selbstbewusstsein. Doch Mitarbeiter? Denen geht es doch gut. Warum sollen die unter mangelndem Selbstbewusstsein leiden?

Nun diesen Spagat werde ich ab heute etwas näher betrachten.

Auslöser für diesen Beitrag war ein Blogbeitrag, den ich auf Twitter gefunden hatte: You might be desperate, but don’t be stupid too!

Beim ersten Lesen dachte ich bei mir: wie jetzt… was steckt denn da dahinter? Doch meine Neugier hatte schon gesiegt und ich schaute mir den Beitrag näher an. Sie werden sich sicherlich nicht wundern, wenn es dabei (im übertragenen Sinn) um ein selbstbewusstes Auftreten als Jobsuchender geht.

Denn das Zitat: „Das Gras auf der anderen Seite des Zauns ist grüner“ geht auch mir seit ein paar Tagen nicht aus dem Kopf.

Soll man zufrieden sein, mit dem was man hat? Oder schielt man nach dem, was nebenan zu haben wäre? Wäre man da wirklich „besser“ dran?

In Diskussion mit anderen Jobsuchenden kommt immer wieder die Frage auf: nehme ich den erstbesten Job oder suche ich meinen „Traumjob“. Meine Antwort (und die, die ich aus vielen Karriere-/Bewerbungsratgebern dazu immer lese) lautet dann: das kommt darauf an.

a) wie lange man schon arbeitssuchend/arbeitslos ist?

b) wie leidensfähig oder finanziell abgesichert man ist?

c) wie realistisch die Suche nach dem Traumjob ist! … etc.

Denn, so zeigt die Praxis, jeder Job hat seine Vor- und Nachteile. Man geht immer Kompromisse ein. Doch wie weit will man sich für eine „hohe“ Kompromissbereitschaft verbiegen? Muss man alles annehmen, alles machen…? Nur weil man arbeitslos ist?

Ich bitte Sie!!! Mir geht es nicht um das Ausnutzen des Sozialstaates auf Kosten der Steuerzahler. Aber wie der Artikel oben schön beschreibt, was bringt mir eine Schnellschusshandlung (der erstbeste Job), wenn ich damit weder fachlich, noch persönlich zufrieden bin und keine Langfristperspektive sehe? Wenn ich immer nach nebenan schiele, wo das Gras (mein Traumjob?) vielleicht doch etwas grüner scheint? Die Gefahr –  gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise – schnell wieder auf der Straße zu stehen, ist enorm hoch. Mangelnde Motivation bzw. Einsatzbereitschaft, hohe Frustration… ein Job sollte wie ein guter Schuh sein. Er sollte passen. Denn wie viele „Brüche“ oder Episoden im Lebenslauf kann/darf man sich erlauben?

Skeptiker werfen gerne ein: und der Königsweg? Den gibt es nicht. Suchen Sie also auch nicht danach. Verwenden Sie lieber mehr Zeit auf Ihre Analyse: wo will ich hin, was will ich machen, worin bin ich gut/was macht mir Spaß. Suchen Sie gezielt. Wenn Sie Kompromisse eingehen, dann bleiben Sie aber am Ball und suchen permanent weiter. Geben Sie nicht auf. Auch durch einen vielleicht erst auswegslosen Job, kann noch immer das Licht am Ende des Tunnels erscheinen. Ihre Gelegenheit oder Ihr nächster Chef kann hinter der nächsten Ecke auf Sie warten. Sie müssen nur offen dafür sein, am Ball bleiben und weiter nach „Ihrem JOB“ suchen.

Dann klappt das auch mit dem Selbstbewusstsein! 😉

Und was es mit den Mitarbeitern auf sich hat, dass verrate ich Ihnen beim nächsten Mal.. in diesem Theater! 😉  

Wie es so weiterging… oder was ist inzwischen passiert?

Mein Bewerbungs-Tagebuch bleibt seit einigen Tagen unbenutzt und leer. Manche mögen sich fragen: warum wohl? Doch “nur” eine Eintags-Blog-Fliege? Nein. Aber neben vielen Gesprächen, Ideen für eine Existenzgründung, Projektarbeit für meine IHK Weiterbildung … und vieles mehr, hat sich auch etwas Erfreuliches ergeben. Ein kleines Projekt. Läuft zwar “nur” bis Ende des Jahres, aber ich kann wieder genau das tun, worin ich gut bin. Dinge ans Laufen bringen, zu Ende bringen, erledigen und als HR Dienstleister den Mitarbeitern im Unternehmen das alltägliche Chaos erträglicher machen. Wenn das mal keine positive Nachricht ist!! 🙂


Aber da das Projekt befristet ist, bleibe ich weiterhin am Ball. Derzeit zwar (fast) in Notbesetzung… aber meine Projektarbeit zum Thema “Implementierung / Nutzen von Social Media in der Personalabteilung” geht vor. Mehr dazu auch hier im Blog. 😉

Bestätigt: Blog kann bei der Jobsuche helfen

Zwischen Probearbeiten, vielen Vorstellungsgesprächen, einem Zeitungsinterview, Vorbereitungen und Recherchen für meine Vorstellungsgesprächs-Reihe, einigen technischen Problemen (@Support: die noch immer nicht behoben sind!!!) mal eine schnelle Zwischenmeldung, die heute über Twitter reinkam:

My blog got me a new job

Wenn das mal keine positive Bestätigung ist, oder?!? 😉

Ein Thema macht die Runde im WWW

Seit Tagen geistert wieder ein Thema durch die Welt (insbesondere bei allen gängigen Tageszeitungen) bzw. Social Media Plattformen wie Twitter + XING: Personaler durchleuchten Bewerber nach ihren Online-Aktivitäten vor dem Bewerbungsgespräch.

Nun gut:

  1. das ist neuer Wein in alten Schläuchen. Schon vor längerer Zeit hatten wir in meiner XING-Gruppe über das Thema Jobfalle Internet gesprochen.
    Heutzutage gibt es sogar einschlägige Bücher (z.B. Karrierefalle Internet. Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun! ) dazu.
  2. das Thema scheint einen Nerv der Zeit (z.B. hier oder hier oder alle Treffer in einer Suchmaschine) zu treffen und
  3. ein Sommerloch lässt sich mit einem brandheißen Thema gut füllen.

Aber im Einzelnen. Was ist daran neu, dass ein Personaler über einen Bewerber Auskünfte einholt?

Nichts. Das gab es schon immer und wird es auch immer geben. Nur heute machen Social Media Plattformen die Suche leichter und einfacher. Aber der Fakt, dass man auf Herz und Nieren geprüft wird, ist nicht neu. Also muß man als Bewerber auch darauf eingestellt sein. Und mal ehrlich: wenn man einen neuen Geschäftsführer oder Unternehmensrepräsentanten sucht, dann kann man auch erwarten, dass seine Reputation nicht nur in der Offline-Welt (auch Realität genannt) einwandfrei ist. Man möchte kaum jemanden einstellen, der seine Alkoholexzesse online stellt. Um mal das extremste Beispiel zu nehmen. Jedoch gebe ich (okay, aus subjektiver Personalersicht) zu bedenken: viel Zeit hat ein Personaler für eine durchschnittliche Bewerbung. Und im 2. Schritt für die Vorbereitung zu einem Vorstellungsgespräch? Wenn man 6 – 8 Bewerber an einem Tag einplant, dann kann man kaum für jeden eine halbe Stunde Internetrecherche einkalkulieren. Also auch hier: man sollte die Kirche im Dorf lassen bzw. nicht jede Studie so brandheiß bewerten.

 Ist es nicht vielmehr so, dass auch Personaler Menschen sind und sich im WWW und genau auf diesen Social Media Plattformen bewegen? Dass man da schnell mal nach einem Bewerber schaut, denn man nächste Woche zum Gespräch einladen möchte, das liegt doch in der menschlichen Natur. Und wenn man einmal dabei ist, gibt man sicher auch die fünf weiteren Namen ein. Ja. Aber warum nicht?

Was hat ein Bewerber zu verstecken? Sein Privatleben? Im Sinne von: ich trenne Arbeit und Privates strickt voneinander?

Nun, wenn jemand so argumentiert, dann sollte diese Person auch das Tun und Lassen im WWW strickt von seiner Person (nach Privat + Beruflichem) trennen. Denn mal ganz ehrlich: wer Bilder aus seinem letzten Ballermannurlaub ins Netz stellt und glaubt, dass man die trotz Namensnennung nicht mit seinem beruflichen Profil überein bringt, der ist entweder naiv oder … na ja.. belassen wir es bei naiv.

Fazit: jeder Schritt im Netz sollte wohlüberlegt sein. Was gebe ich preis und was möchte ich für ein Bild von mir entstehen lassen? Sicher macht jeder mal Fehler. Aber von einem erwachsenen Menschen, der sich im Berufsleben einen Namen schaffen möchte, kann man doch durchaus erwarten, dass er all‘ seine Aktionen / Reaktionen dosiert. Oder? Was meinen Sie dazu? Gerne können Sie in meiner XING-Gruppe mit uns darüber diskutieren.

    Ich freu‘ mich auf Sie!

Bewerben macht Angst

Mal wieder angeregt durch eine meiner Lieblingsresourcen habe ich heute einen tollen Artikel zum Thema „How to make mistakes“ gefunden.

Warum hat mich das Thema innerhalb von Sekunden in mein Blog getrieben? Ganz einfach. Oftmals hört man von Bewerbern: oh, das kann ich nicht. Da brauch‘ ich mich nicht drauf bewerben. Das klappt eh‘ nicht.
Da kommt meine Standardantwort: nicht versucht ist nicht gewollt oder nicht versucht, ist schon eine Absage. (Danke @Bärbel für die Erweiterung!)

Denn diese Angst vor der Bewerbung resultiert genau aus den zwei Gründen, die in dem Artikel genannt werden:

  1.  Angst vor Zurückweisung
  2. Angst vorm Versagen

Und wenn Sie jetzt denken: Ja, die hat gut reden… haut die Bewerbungen einfach so raus und hat genug Selbstbewußtsein für 10 Bewerber… Dann antworte ich: das ist a) nicht immer so gewesen und b) auch immer tagesabhängig. Aber die Grundhaltung von „was man nicht versucht, das will man auch nicht“, liegt schon viel weiter zurück. Da hab‘ ich noch gar nicht über Bewerbungen nachgedacht.
Aber im Laufe der Jahre und damit der Bewerbungen wurde diese Grundhaltung wie ein Bewerbungsmantra für mich. Und somit gelten die Punkte „Angst vor Zurückweisung“ oder „Angst vorm Versagen“ nicht. Denn man wenn es nicht wagt seinen Hut in die Runde zu werfen und sich dem Bewerbungskampf zu stellen, dann wird immer die Angst über einen siegen.

Denken Sie darüber nach. Und wenn Sie morgen, bei der allsamstäglichen Lektüre, wieder eine Anzeige sehen und in Ihr altes Denkmuster verfallen: oh, das wird eh‘ nichts… dann erinnern Sie sich: nicht versucht, ist nicht gewollt. Wollen Sie einen neuen Job? Dann tun Sie es!

In diesem Sinne: viel Erfolg bei der Bewerbung!