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Archiv der Kategorie Bewerbung

Klare Aussage - Fehlanzeige

Ich bin mal wieder angesprochen worden, ob ich nicht einmal was zu den vielen, netten - vor Floskeln trotzenden - Briefen von Seiten einer Personalabteilung schreiben möchte.

Hmm… eigentlich schreibe ich am Wochenende nur ungerne etwas aus meinem Berufsleben. Aber man hat mich überzeugt. Ich habe einige Absage geschickt bekommen, die nichts anderes als die Aussage “Klare Aussage - Fehlanzeige” verdienen.

So zum Beispiel die Aussage einer Personalabteilung, dass man die Absage bedauert. Aber man sich ja gerne wieder bewerben darf. Okay… so (ohne den O-Ton zu zitieren) klingt es nett oder logisch.

Will heißen: nicht eine Absage für immer.

Aber wenn man den Text vor sich liegen hat, dann wird klar: da wurde nur ein Baustein an den anderen gehängt.

Und auf Nachfrage des Bewerbers (war ein IT’ler), für welche Stelle (er hatte sich auf zwei Standorte beworben) die Absage gilt, kam nur als Antwort: (sinngemäß) die Standort A. Aber der Arbeitgeber würde auch immer einheitlich für andere Standorte schauen, ob ein Profil passt.

Wie jetzt? Also abgesagt wurde Standort A und man hätte aber auch für Standort B geschaut? Was denn nun?

Anderes Beispiel: Absage durch einen Personalberater oder eines Personaldienstleisters mit dem Verweis “wir nehmen Sie in unsere Datenbank auf”. Aber wenn man dann kurze Zeit später eine (neue) Stelle auf deren Seite findet und nachfragt, dann wird keinerlei Bezug auf die gespeicherten Daten in der Datenbank genommen bzw. keiner hat sich gemeldet.

Okay … letzteres ist mir auch schon passiert. Kommt vor. Je nachdem welches Suchwort man verwendet, findet man den Bewerber (in der hauseigenen Bewerberdatenbank) wirklich nicht.

Aber mal ganz ehrlich: manchmal fehlt es schon an Klarheit und einer konsistenten Aussage. Ich kann derzeit viele Bewerber verstehen, die sich über die Standardabsagen beschweren. Sinnlos zusammengesetzte Standardsätze, ohne viel Bezug. Da landet jede Absage im Papierkorb. Warum mit so etwas belasten.

Die Zeiten, wo man noch etwas aus einer Absage ziehen konnte bzw. sich verbessern konnte, die sind lange vorbei.

Aber warum fehlt diesen “neuen”, AGG-konformen Briefen auch die Menschlichkeit? Das ist die eigentliche Frage, die ich mit den Beispielen, die mir vorlagen, zur Diskussion stellen möchte. Ist es heute nicht mehr möglich, eine “nette” Absage zu formulieren?

Jobsuche mit Social Media

Heute habe ich einen Beitrag von Jochen Mai gelesen. Es ging - mal wieder - um die Stellensuche mit Hilfe von Social Media. Aber nicht der eigentliche Inhalt hat mich interessiert. Sondern ich habe mir die Seite der Stellensuchenden angeschaut. Und das natürlich - wie immer - auch mit Personaleraugen.

Gut gemacht. Informativ. Aber irgendwie hat mir was gefehlt. Und da ich an einem trüben Pfingsmontag noch einen Nachmittagszeitvertreib gesucht habe… da habe ich mir gedacht: gib’ ihr doch mal ein paar Tipps.

Angeregt durch eine Konversation mit einem anderen Twitterkontakt, habe ich -exemplarisch am Beispiel XING - ein paar Hinweise, die ich ihr heute nachmittag zusammengeschrieben habe. Die gelten übrigens auch für Personalverantwortliche, Recruiter und Dienstleister. Zumindest habe ich sie - in ähnliche Form - vergangenen Donnerstag an eine ehemalige Kollegin gegeben, die jetzt in Hamburg als Recruiterin arbeitet. :-)

  • Nutzen Sie die Rubriken “Ich suche” bzw. “Ich biete” mit aussagekräftigen Schlagworten, die Ihre (Job-)Suche umschreiben und zwar gerne auch mit verschiedenen Begriffen für ein und diesselbe Tätigkeit
  • Trennen Sie die Begriffe durch ein Komma, schreiben Sie keine Prosa. Und bitte keine ganze Sätze, ausser (siehe Teil 1 der Aussage) Sie trennen die Begriffe durch Kommata.
  • Nutzen Sie neben Ihrem Profilfoto eine klare Aussage und weniger die Floskel “ich bin arbeitssuchend”. Zum Bsp. verwenden Sie einen Titel/Funktion, die Ihren neuen Job umschreibt.
  • Verwenden Sie als Profilfoto Ihr Bewerbungsfoto. Zwecks Wiedererkennung, wenn Sie einem Personaler im Nachgang zum XING Kontakt Ihre Unterlagen mit Foto zusenden.
  • Sollten Sie Ihre Unterlagen öffentlich zur Verfügung stellen wollen, dann nutzen Sie auf XING die Möglichkeiten Dateien hochzuladen. Aber bitte nur Lebenslauf bzw. Profil. Zeugnisse oder Anschreiben sollten meiner Meinung nach individuell und persönlich zugeschickt werden; nicht öffentlich abrufbar sein.
  • Und sollten Sie etwas in Prosa über sich schreiben wollen, dann nutzen Sie die Über-mich-Seite. Jetzt auch ohne Html-Kenntnisse gut zu nutzen. Aber auch hier ist weniger mehr = bitte nicht zu bunt und überladen. Klare und deutliche Aussagen, z.B. was Ihre Stärken sind oder was ein zukünftiger Arbeitgeber von Ihnen erwarten kann.
  • Zum Schluss ein zwiegespaltenes Thema: Angabe der vollständigen Daten (Monats- und Jahresangaben) neben den verschiedenen Stationen Ihrer Berufsbiografie. Hierzu kann es keine einheitliche Aussage geben. Ich selber habe die Daten nicht ausgefüllt. Wer meine Stationen beurteilen möchte (insbesondere die Dauer meiner Berufserfahrung in den verschiedenen Bereichen), der soll mich anschreiben und erhält mit meinem Lebenslauf die Daten. Auch bei Menschen, die z.B. größere Lücken in ihrer Berufsbiografie aufweisen - sei es durch Krankheit oder Arbeitssuche - würde ich das gleiche empfehlen. Aber das gilt ausdrücklich nur für XING. Nicht für den Lebenslauf, der lückenlos und mit einem roten Faden argumentierbar sein soll.

Soviel zu meinen kurzen Input von heute. Ergänzend habe ich noch hier einige Links (z.B. auch zu älteren Beiträgen von mir auf XING) zusammengestellt, die Ihnen bei Ihrer Vermarktung über XING helfen können.

Beitrag meiner Co-Moderatorin zu einem Artikel im Spiegel […] Erste Hilfe Karriere “Das große Nichts im Xing-Profil”

Linktipp von mir zum Bewerben im Web 2.0

XING-Beitrag in meiner Gruppe für Arbeitssuchende zum Thema Wie nutzen Sie Web 2.0 / Social Media Anwendungen für die Stellensuche bzw. die Rekrutierung?

Linksammlung von mir zum Thema XING für die Jobsuche nutzen

Sollte das alles noch nicht helfen, dann können Sie auch mich fragen. Gerne in meiner XING-Gruppe für Arbeitssuchende!

In diesem Sinn bleibt mir zusammenfassend nur noch zu sagen: bleiben Sie authentisch. :-)

Bewerbungsvorbereitungen

Oder: was tue ich, bevor ich eine Bewerbung losschicke?

Diese Frage, im Angesicht der sich wandelnden Zeiten, kann man meines Erachtens in drei Abschnitte unterteilen.

  1. klassische Bewerbung (also alles vor 1990, grob geschätzt anhand meiner eigenen Berufsbiografie)
  2. vorgewärmte Bewerbung (Hypebis Anfang 2000 + )
  3. Social Media Bewerbung (alles ab 2008/2009 +)

Jetzt denkt jeder: “Na toll…. wieder so eine Aufsplittung in drei Rubriken, die sich inhaltlich nur wenig unterscheiden. ”

Ja. Aber mir geht es heute nicht um die inhaltlichen Unterschiede. Sondern um die Vorarbeit. Was führt zu einer solchen Bewerbung? Welche Schritte geht ein Bewerber, bis die … wie auch immer geartete… Bewerbung verschickt wird?

War es nicht bei den klassischen Bewerbungen so: man sah eine Anzeige, machte seine Unterlagen fertig und ab die Post.

Dann, dank vieler Bewerbungsberater oder Ratgeber, kam der Tipp auf: rufen Sie vorher an. Man “wärmte” seine eigene Bewerbung vor, machte vorher auf sich aufmerksam und versuchte dann im Anschreiben einen Bezug zu diesem Kontakt herzustellen. Was - wenn wir ehrlich sind - mal mehr oder weniger gelang. Denn nichts ist, von Seiten des Arbeitgebers, schlimmer, als wenn den ganzen Tag das Telefon klingelt, man zu nichts kommt und dann noch Fragen beantworten darf, die aus der Anzeige hervorgehen. Vorsichtig übertrieben… aber Sie verstehen sicher, worauf ich hinaus möchte.

Und dann kam die Zeit von Social Media, Communities, Plattformen und Foren… eine neue Art der Kommunikation bzw. Kontaktanbahnung nahm bzw. nimmt noch immer ihren Lauf. Und genau da, an dieser Stelle, ändern sich wieder die Bewerbungsvorbereitungen!

Beispiel gefällig?

Ich habe heute eine interessante Stelle gesehen. Okay… unabhängig davon, dass sie auf XING gepostet wurde, habe ich nicht sofort meine Bewerbung losgeschickt. Sondern erst einmal mein Netzwerk konsultiert. Ziel: etwas mehr über die Person und das Unternehmen an sich herausfinden. Ein Quentchen mehr an Informationen, dass mir evtl. einen Be-/ (Wett-)bewerb(ung)svorteil bringen könnte.

Denn Bewerben heute bedeutet u.a. auch, dass man sich aus der Masse abheben will und über Beziehungen, Kontakte eine bessere Bewerbungsposition erhalten möchte. Und vielleicht kann dabei ein Kontakt weiterhelfen. Im Sinne von: “ich kenne jemanden, der wäre für diese Stelle gut geeignet”.

Sehen Sie jetzt den Unterschied der drei Kategorien oben? Einseitig statisch, etwas dynamischer und zuletzt sogar sehr vielseitig+dynamisch. Wiederum ungeachtet des Inhaltes.  Vielleicht liegt hier auch die Schwierigkeit im ganzen Bewerbungsprozess. Auf einem Bewerbermarkt wird das Alleinstellungsmerkmal immer wichtiger, die Kontakte bzw. der gute Ruf (siehe auch mein Posting vom 14.02.2010) und die Fähigkeit ein funktionierendes Netzwerk um sich herum aufzubauen, gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Was lernen wir daraus? Mir ist unmöglich diese Frage hier pauschal zu beantworten. Ich kann - wiederum nur aus meiner Warte als Bewerber - eine Antwort bzw. Richtung geben:  bleiben Sie bei den Wurzeln der klassischen Bewerbung, aktualisieren Sie diese kontinuierlich, nutzen verschiedene Bewerbungskanäle, z.B. auch XING und spannen Ihr Netzwerk (Familie, Freunde, Nachbarn…. Menschen aus Ihren täglichen Leben) mit ein. Weitere Beispiele finden Sie in meiner Bewerbungsstrategie. Und scheuen Sie sich nicht Ihr Netzwerk anzusprechen. Eine Frage kostet nichts und kann im schlimmsten Fall “nur” unbeantwortet bleiben. Aber im besten Fall empfiehlt Sie jemand weiter oder verschafft Ihnen dadurch einen leichteren Eintritt/Start; eine gute Referenz…. etwas mehr oder anderes, als vielleicht andere Bewerber haben.

Wäre das nicht einen Versuch wert?

Und an meinem Beispiel: mein Kontakt hat dankenswerter Weise sofort reagiert. Bewerbung wird - nach dem Blogpost - weiter vorbereitet. ;-)

Der gute Ruf oder: Personal Branding/Reputation Management

Im Januarchat meiner XING-Gruppe hatte ich das Thema Personal Branding angeregt. Jedoch hatte sich bis dato kaum einer der Teilnehmer Sorgen über seinen “Ruf” im Web gemacht.

Das hat mich angeregt der Frage nachzugehen: “Warum ist das Thema Reputation Management” so wenig präsent bei Bewerbern?

Es gab doch erst letztes Jahr einen Aufrschrei (siehe auch Ein Thema macht die Runde im WWW vom 24.08.2009) in der Presse, wo (mal wieder, das Thema war definitiv nicht neu!!!) das Schreckensgespenst “Personaler googlen Bewerber” aufgezeigt wurde.

Doch ganz ehrlich: haben Bewerber daraus gelernt?

Ist das Thema “Personal Branding” oder “Reputation Management” dadurch eindringlicher bei den Bewerbern angekommen?

Zumindest auf den Social Media Plattformen (die ja direkt davon angesprochen sind) wird es thematisiert. Und so habe ich mich entschlossen in meinem Bewerbungstagebuch eine kleine Auswahl davon bereit zu stellen. Vielleicht in der Hoffnung, dass auch andere Bewerber (insbesondere die Generation Y) davon etwas mitnehmen können.

Tipps zum Start:

Tipps für bestimmte Plattformen:

Allgemeine Infos/Artikel zum Thema:

Vielleicht noch eine kleine Ergänzung: wie so vieles aus dem Bereich Social Media, gehört auch das Thema Personal Branding zu den führenden Themen von amerikanischen Social Media Experten. Wenn man allein auf Twitter nach Personal Branding sucht, dann wird man fast mit Tweets erschlagen. Gleiches gilt für die Personensuche. In Amerika ist es gang und gäbe sich als Personal Branding Experte darzustellen. Ein Berufsbild, dass hier zu Lande (dabei beziehe ich mich einzig und allein auf die Zielgruppe der Bewerber!) noch wenig Beachtung gefunden hat.

Ich werde das Thema in meiner XING-Gruppe (anstelle des sonst üblichen Chat-Protokolls) zur Diskussion stellen und vielleicht gibt es ja noch Erkenntnisse, die ich dann hier ergänzen kann. … to be continued!

Der selbstbewusste Bewerber

In den letzten Tagen ging mir immer wieder ein Thema durch den Kopf: warum sind viele Bewerber, ja sogar bereits fest angestellte Mitarbeiter, so wenig selbstbewusst.Jetzt wird jeder erst einmal sagen: Bewerber … klar.

Der Markt ist schwierig und eine fast auswegslose Lage am Arbeitsmarkt drückt das Selbstbewusstsein. Doch Mitarbeiter? Denen geht es doch gut. Warum sollen die unter mangelndem Selbstbewusstsein leiden?

Nun diesen Spagat werde ich ab heute etwas näher betrachten.

Auslöser für diesen Beitrag war ein Blogbeitrag, den ich auf Twitter gefunden hatte: You might be desperate, but don’t be stupid too!

Beim ersten Lesen dachte ich bei mir: wie jetzt… was steckt denn da dahinter? Doch meine Neugier hatte schon gesiegt und ich schaute mir den Beitrag näher an. Sie werden sich sicherlich nicht wundern, wenn es dabei (im übertragenen Sinn) um ein selbstbewusstes Auftreten als Jobsuchender geht.

Denn das Zitat: “Das Gras auf der anderen Seite des Zauns ist grüner” geht auch mir seit ein paar Tagen nicht aus dem Kopf.

Soll man zufrieden sein, mit dem was man hat? Oder schielt man nach dem, was nebenan zu haben wäre? Wäre man da wirklich „besser“ dran?

In Diskussion mit anderen Jobsuchenden kommt immer wieder die Frage auf: nehme ich den erstbesten Job oder suche ich meinen “Traumjob”. Meine Antwort (und die, die ich aus vielen Karriere-/Bewerbungsratgebern dazu immer lese) lautet dann: das kommt darauf an.

a) wie lange man schon arbeitssuchend/arbeitslos ist?

b) wie leidensfähig oder finanziell abgesichert man ist?

c) wie realistisch die Suche nach dem Traumjob ist! … etc.

Denn, so zeigt die Praxis, jeder Job hat seine Vor- und Nachteile. Man geht immer Kompromisse ein. Doch wie weit will man sich für eine “hohe” Kompromissbereitschaft verbiegen? Muss man alles annehmen, alles machen…? Nur weil man arbeitslos ist?

Ich bitte Sie!!! Mir geht es nicht um das Ausnutzen des Sozialstaates auf Kosten der Steuerzahler. Aber wie der Artikel oben schön beschreibt, was bringt mir eine Schnellschusshandlung (der erstbeste Job), wenn ich damit weder fachlich, noch persönlich zufrieden bin und keine Langfristperspektive sehe? Wenn ich immer nach nebenan schiele, wo das Gras (mein Traumjob?) vielleicht doch etwas grüner scheint? Die Gefahr -  gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise - schnell wieder auf der Straße zu stehen, ist enorm hoch. Mangelnde Motivation bzw. Einsatzbereitschaft, hohe Frustration… ein Job sollte wie ein guter Schuh sein. Er sollte passen. Denn wie viele “Brüche” oder Episoden im Lebenslauf kann/darf man sich erlauben?

Skeptiker werfen gerne ein: und der Königsweg? Den gibt es nicht. Suchen Sie also auch nicht danach. Verwenden Sie lieber mehr Zeit auf Ihre Analyse: wo will ich hin, was will ich machen, worin bin ich gut/was macht mir Spaß. Suchen Sie gezielt. Wenn Sie Kompromisse eingehen, dann bleiben Sie aber am Ball und suchen permanent weiter. Geben Sie nicht auf. Auch durch einen vielleicht erst auswegslosen Job, kann noch immer das Licht am Ende des Tunnels erscheinen. Ihre Gelegenheit oder Ihr nächster Chef kann hinter der nächsten Ecke auf Sie warten. Sie müssen nur offen dafür sein, am Ball bleiben und weiter nach “Ihrem JOB” suchen.

Dann klappt das auch mit dem Selbstbewusstsein! ;-)

Und was es mit den Mitarbeitern auf sich hat, dass verrate ich Ihnen beim nächsten Mal.. in diesem Theater! ;-)  

Wie es so weiterging… oder was ist inzwischen passiert?

Mein Bewerbungs-Tagebuch bleibt seit einigen Tagen unbenutzt und leer. Manche mögen sich fragen: warum wohl? Doch “nur” eine Eintags-Blog-Fliege? Nein. Aber neben vielen Gesprächen, Ideen für eine Existenzgründung, Projektarbeit für meine IHK Weiterbildung … und vieles mehr, hat sich auch etwas Erfreuliches ergeben. Ein kleines Projekt. Läuft zwar “nur” bis Ende des Jahres, aber ich kann wieder genau das tun, worin ich gut bin. Dinge ans Laufen bringen, zu Ende bringen, erledigen und als HR Dienstleister den Mitarbeitern im Unternehmen das alltägliche Chaos erträglicher machen. Wenn das mal keine positive Nachricht ist!! :-)


Aber da das Projekt befristet ist, bleibe ich weiterhin am Ball. Derzeit zwar (fast) in Notbesetzung… aber meine Projektarbeit zum Thema “Implementierung / Nutzen von Social Media in der Personalabteilung” geht vor. Mehr dazu auch hier im Blog. ;-)

Ein Thema macht die Runde im WWW

Seit Tagen geistert wieder ein Thema durch die Welt (insbesondere bei allen gängigen Tageszeitungen) bzw. Social Media Plattformen wie Twitter + XING: Personaler durchleuchten Bewerber nach ihren Online-Aktivitäten vor dem Bewerbungsgespräch.

Nun gut:

  1. das ist neuer Wein in alten Schläuchen. Schon vor längerer Zeit hatten wir in meiner XING-Gruppe über das Thema Jobfalle Internet gesprochen.
    Heutzutage gibt es sogar einschlägige Bücher (z.B. Karrierefalle Internet. Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun! ) dazu.
  2. das Thema scheint einen Nerv der Zeit (z.B. hier oder hier oder alle Treffer in einer Suchmaschine) zu treffen und
  3. ein Sommerloch lässt sich mit einem brandheißen Thema gut füllen.

Aber im Einzelnen. Was ist daran neu, dass ein Personaler über einen Bewerber Auskünfte einholt?

Nichts. Das gab es schon immer und wird es auch immer geben. Nur heute machen Social Media Plattformen die Suche leichter und einfacher. Aber der Fakt, dass man auf Herz und Nieren geprüft wird, ist nicht neu. Also muß man als Bewerber auch darauf eingestellt sein. Und mal ehrlich: wenn man einen neuen Geschäftsführer oder Unternehmensrepräsentanten sucht, dann kann man auch erwarten, dass seine Reputation nicht nur in der Offline-Welt (auch Realität genannt) einwandfrei ist. Man möchte kaum jemanden einstellen, der seine Alkoholexzesse online stellt. Um mal das extremste Beispiel zu nehmen. Jedoch gebe ich (okay, aus subjektiver Personalersicht) zu bedenken: viel Zeit hat ein Personaler für eine durchschnittliche Bewerbung. Und im 2. Schritt für die Vorbereitung zu einem Vorstellungsgespräch? Wenn man 6 - 8 Bewerber an einem Tag einplant, dann kann man kaum für jeden eine halbe Stunde Internetrecherche einkalkulieren. Also auch hier: man sollte die Kirche im Dorf lassen bzw. nicht jede Studie so brandheiß bewerten.

 Ist es nicht vielmehr so, dass auch Personaler Menschen sind und sich im WWW und genau auf diesen Social Media Plattformen bewegen? Dass man da schnell mal nach einem Bewerber schaut, denn man nächste Woche zum Gespräch einladen möchte, das liegt doch in der menschlichen Natur. Und wenn man einmal dabei ist, gibt man sicher auch die fünf weiteren Namen ein. Ja. Aber warum nicht?

Was hat ein Bewerber zu verstecken? Sein Privatleben? Im Sinne von: ich trenne Arbeit und Privates strickt voneinander?

Nun, wenn jemand so argumentiert, dann sollte diese Person auch das Tun und Lassen im WWW strickt von seiner Person (nach Privat + Beruflichem) trennen. Denn mal ganz ehrlich: wer Bilder aus seinem letzten Ballermannurlaub ins Netz stellt und glaubt, dass man die trotz Namensnennung nicht mit seinem beruflichen Profil überein bringt, der ist entweder naiv oder … na ja.. belassen wir es bei naiv.

Fazit: jeder Schritt im Netz sollte wohlüberlegt sein. Was gebe ich preis und was möchte ich für ein Bild von mir entstehen lassen? Sicher macht jeder mal Fehler. Aber von einem erwachsenen Menschen, der sich im Berufsleben einen Namen schaffen möchte, kann man doch durchaus erwarten, dass er all’ seine Aktionen / Reaktionen dosiert. Oder? Was meinen Sie dazu? Gerne können Sie in meiner XING-Gruppe mit uns darüber diskutieren.

    Ich freu’ mich auf Sie!

Initiativbewerbungen

Trage das Thema ja schon länger mit mir rum. Aber wollte a) nie so dran und b) nix darüber schreiben. Warum? Weil es schwierig ist. Schwierig im Sinne von: jeder muß seinen eigenen (gangbaren) Weg gehen. Und weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie nervig dauernde Anrufe von Bewerbern (auf Initiative) sind. *seufz*

Aber heute - angeregt durch ein Post auf Twitter- packe ich es an. Nachdem ich ja fleissig meinen Elevator Pitch geübt habe… *lach*

Also Tipp 1 bis 3 habe ich schon bearbeitet bzw. in Arbeit.

  • mein Netzwerk ist informiert
  • ich halte sie mit dem Blog hier auf dem Laufenden
  • informiere alle, die ich kenne bzw. kennenlerne von meiner Suche berichtet, damit sie - sollten sie etwas finden - an mich denken (wobei die Antwort auf: Suche in deren Firma / Arbeitsumfeld derzeit immer lautet: bei uns wird selber abgebaut)
  • meine Profile auf XING und LinkedIn sind aktuell, wobei ich bei letzterem mich mehr in den Gruppen tummeln sollte, um noch mehr auf meine Person aufmerksam zu machen. Daran werde ich noch arbeiten!
  • Tipp 5 führt mich wieder auf die Firmenzielliste aus meinem Post vom 23.7.09 zurück! Die ist ständig in Arbeit.
  • Tipp 6 lässt mich sehr nachdenken. Auch auf XING gab es letztens eine Diskussion um: kann ich mich noch einmal auf die gleiche Stelle bewerben. Wie immer würde ich darauf antworten: das kommt darauf an. Bei manchen Unternehmen (abhängig z.B. von Größe und Struktur der Personalabteilung / Ansprechpartner) macht das in der Tat Sinn. Selbst ich habe - trotz einer Absage (kleines Unternehmen, Bewerbung ging direkt an GF) - mich erneut dort beworben. Die Stelle war noch immer ausgeschrieben, aber mittlerweile hatte man umstrukturiert. Doch man hat mich zumindest in guter Erinnerung und würde bei Bedarf auf mich zurück kommen. Den Bedarf werde ich gleich noch mal erfragen! ;-)
    Also meine Antwort auf “immer wieder bewerben”: jein, das hängt von vielen Faktoren ab. Aber sicherlich ist ein Nachhaken bzw. 2. Versuch (unter gewissen Voraussetzungen) auch heutzutage sinnvoll.
  • Zu Tipp 7 kann ich nur sagen: die Zukunft Personal in Köln ist schon eingeplant. Heute wäre ein interessantes Treffen in Berlin: Twitter meets HR. Aber leider zu weit. Doch ich bleibe dran! Wer Tipps hierzu hat, bin für jede Idee zum Thema HR offen.
  • Tipp 8 ist witzig. Okay… ich bin da eine Ausnahme. Denn meine Fachabteilung ist die Personalabteilung.
  • Tipp 9 ist - je nach Auslegung - auch nicht ohne. Sich persönlich bei einem Unternehmen vorstellen. Also Besuche oder ich bring’ mal eben meine Bewerbung vorbei, sollte man auf jeden Fall mit Vorsicht genießen. Wird oft nicht gern gesehen. Mich hat es als Personalberaterin / Niederlassungsleiterin auch gestört, wenn ich z.B. gerade in der Telefonakquise war und dann zum Empfang sollte, weil da ein Initiativbewerber stand.

Alles in allem nicht viel Neues. Aber trotzdem immer wieder ein konstant guter Hintergrund, um am Ball zu bleiben. Details aus den Selbstversuchen folgen.

Elevator Pitch oder wie verkaufe ich mich (und meine Kompetenzen)

Es passiert immer mal wieder, dass man über sein Netzwerk einen Kontakt erhält und dort für einen Job nachfragen kann. Oder man hat den Weg der Initiativ-Bewerbung eingeschlagen und will vorher beim potentiellen Arbeitgeber kurz anrufen.

Dieses “kurz” hat jedoch eine besondere Bedeutung. Wie verkaufe ich mich in der kurzen Zeit richtig, dass a) der Kontakt bleibt bzw. für gut empfunden wird oder b) man tatsächlich Interesse weckt und seine Unterlagen zusenden soll.

Hierbei fällt mir immer das Stichwort “Elevator Pitch” ein. Und nach meinem letzten Telefonat (über einen guten Kontakt, a la: “Hier ist seine Handynummer. Habe ihm ihre Situation geschildert. Rufen Sie ihn mal an.” habe ich mir das Gedanken drüber gemacht. Werde das heute abend im Chat auch thematisieren. Aber zum Chat komme ich später.

Was habe ich also in dem Telefonat gemacht. Gut, es war auf eine konkrete Ausschreibung bezogen. Daher fiel mir der Einstieg leicht. Kurze Begründung (eigentlich analog wie im Anschreiben) warum mich die Stelle interessiert. Dann meine Schwerpunkte (= warum ich darauf passe bzw. was ich davon bisher gemacht habe) und wir waren im Gespräch.

Doch im Nachgang habe ich überlegt: da geht noch mehr. Es war für den Einstieg gut (Resultate stehen noch aus), aber es gibt ja immer etwas was man bessern machen kann. Also mal recherchiert.
Inbesondere bei Twitter habe ich dazu einen interessanten Account gefunden: Laura Allen bzw. ihre Website.
Dort kann man seinen eigenen Elevator Pitch auch vorbereiten. Die Fragen dazu (ich stolpere gerade über die Frage: worin bin ich sehr gut? -> kurz + knapp??? .. äh schwierig. *überleg*) helfen einem sehr gut weiter. Bin noch unter dem Limit von 500 Zeichen. Feile also weiter daran. Okay. Der Einfachheit (weil ich gerne im internationalen HR Bereich arbeiten möchte) auf Englisch. Aber das schult noch mehr. Denn in einer Fremdsprache kurz + knapp seine Stärken anpreisen, erfordert noch ein höheres Maß an Konzentration, als wenn man deutsche Allgemeinplätze aus einem beliebigen Anschreiben nimmt.

Doch was haben meine weiteren Recherchen noch ergeben: aus meinen Blogempfehlungen (siehe Menüleiste) habe ich u.a. folgenden Artikel von Roland Kopp-Wichmann gefunden: Elevator Pitch – oder “Was machen Sie denn beruflich?”

Aber auch im Bewerberblog fand sich ein interessanter Artikel dazu: Phrasen dreschen.

Habe dann auch mal nach Literatur gesucht und bin unter anderem hier fündig geworden: 30 Minuten für den überzeugenden Elevator Pitch.

Doch was haben alle hier vorgestellten Tipps / Beispiele gemeinsam? Man soll sich über seine Zielgruppe klar werden. Okay: potentielle Arbeitgeber / Personalverantwortliche. Dann soll der Kurzvortrag so auf den Punkt gebracht sein, dass auch beim Gegenüber möglichst viel hängen bleibt. Also kurz, knapp, klare Worte, bildhafte Sprache. Und wie immer bei eienr Bewerbung: Vorteils- / Positiv-Argumentation. Warum bin ich gut und was bringe ich meinem neuen Arbeitgeber an (Mehr-) Wert?

Und alles Fragen, die man sich sowie während eines Bewerbungsprozesses immer wieder stellt. Die nur kürzer und knapper in 30 - 90 Sekunden (also der Weg eines Fahrstuhls in die oberste Etage) verpackt. 

Wie gesagt kann man das nicht nur bei Initiativbewerbungen anwenden. Sondern auf alle Bewerbungskanäle. Denn auch auf einer Messe / einem Netzwerkabend kann die Frage auf Sie zukommen: “Was machen Sie denn so beruflich?”.

In diesem Sinne. Viel Erfolg bei Ihrem persönlichen Elevator Pitch. Ich begebe mich jetzt in die Praxis und teste meinen 30-Sekunden-Vortrag!

Heute: Telefoninterview

Angeregt durch meine eigene Bewerbungsphase werde ich hier im Blog auch immer wieder von meinen eigenen Erfahrungen zum Thema “Bewerbung” berichten. Heute zum Beispiel zum Thema: Telefoninterview.

Abgesehen davon, dass ich gerade eins hatte, was gilt es zu beachten?

Nun, in der Vorbereitung sollte man sich die verschickten Unterlagen parat legen. Die Stellenausschreibung, evtl. mit Markierungen / Anmerkungen, die dann später im Gespräch unter “Haben Sie noch Fragen an uns?” zum Tragen kommen können. Dann empfiehlt sich ein Glas Wasser (Flasche, so eigene schmerzvolle Erfahrung, absolut ungeeigneet) und etwas zum Schreiben. Wichtig ist der Name des Ansprechpartners und dann sollte man sich ein ruhiges Plätzchen zum Telefonieren suchen. Hier ebenfalls ungeeignet, weil z.B. man noch unterwegs ist: Auto im Parkhaus. Mir ist dabei 3 x die Leitung unterbrochen wurden. Da der Personaler aber keinen anderen Termin hatte (Urlaub), war das die einzige Lösung. Würde ich aus heutiger Sicht nie wieder machen. Aber man lernt ja nie aus. Zurück zur Vorplanung. Ich sitze immer 10 Minuten vor dem Termin schon am Schreibtisch (Lautsprecher sind aus, damit der Ping von “Sie haben Post” nicht stört) und gehe noch mal die Unterlagen durch. Und nehme nie beim 1. Klingeln (vorschnell a la “Huch, Sie sind schon dran? Es hat bei mir doch noch nicht mal durchgeklingelt?) ab, sondern lasse es immer 2x klingeln.

Und dann ist das eigentliche Gespräch fast ähnlich einem “normalen” Vorstellungsgespräch. Nur sollte man von eigener Warte her, alle möglichen Störquellen (Handy, Telefon bzw. Nachbar / Postmann) abstellen. Fenster + Türen zu, damit man sich nicht durch die heimische Atmosphäre ablenken lässt.

Am Ende ist wichtig (nicht nur wie bei einem normalen Gespräch): wie verbleibt man? Muß man evtl. (da Telefoninterview oft eine Vorselektion ist) noch etwas nachsenden? Dann sollte das auch prompt bzw. zum vereinbarten Termin erfolgen.

Und dann heißt es wie immer: abwarten.

In meinem konkreten Fall: bedingt durch Urlaubszeit werde ich etwas auf eine Rückmeldung warten müssen. Habe mir aber noch Notizen zum Gespräch / zum Gesprächsverlauf gemacht, um dann bei einem evtl. nachfolgendem Interview Anknüpfpunkte zu haben.

Bin gespannt wie die Meinungen meiner Leser hierzu sind. Gerne können Sie mir als Kommentar auf diesen Beitrag antworten. Oder Sie erreichen mich über mein Feedbackformular

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